Jura-Grundlagen
Subsumtion schreiben: Anleitung mit Beispiel
Die Subsumtion entscheidet über deine Klausurnote. Hier findest du eine klare Definition, vier Arbeitsschritte, ein vollständig ausformuliertes BGB-Beispiel und die Fehler, die Korrektoren am häufigsten anstreichen.
Was ist eine Subsumtion?
Subsumtion bedeutet, einen konkreten Lebenssachverhalt unter die Merkmale einer Rechtsnorm zu fassen. Du prüfst also, ob die Tatsachen des Falls genau das erfüllen, was die zuvor aufgestellte Definition verlangt. Die Subsumtion ist der dritte Schritt des Gutachtenstils – zwischen Definition und Ergebnis – und zugleich der Teil, in dem in Examensklausuren die meisten Punkte vergeben und verloren werden.
Subsumtion in vier Schritten
Tatbestandsmerkmal isolieren
Prüfe immer nur ein Merkmal der Norm. Wer mehrere Voraussetzungen vermischt, verliert die Struktur und damit Punkte.
Formulierungsbeispiel
Zu prüfen ist, ob zwischen K und V eine Einigung über den Kauf des Wagens im Sinne des § 433 Abs. 1 S. 1 BGB vorliegt.
Definition sauber voranstellen
Die Subsumtion ist nur so gut wie die Definition davor. Sie liefert die Merkmale, die du anschließend am Sachverhalt abarbeitest.
Formulierungsbeispiel
Eine Einigung setzt zwei inhaltlich übereinstimmende, mit Bezug aufeinander abgegebene Willenserklärungen voraus.
Sachverhaltstatsachen zuordnen
Jedes Definitionsmerkmal bekommt eine konkrete Tatsache aus dem Sachverhalt. Zitiere die Tatsache, statt sie zu unterstellen.
Formulierungsbeispiel
V bot K den Wagen am 3. März für 8.000 € an; K erklärte noch am selben Tag die Annahme zu diesem Preis.
Ergebnis des Merkmals festhalten
Schließe jedes Merkmal mit einem knappen Zwischenergebnis ab, bevor du zum nächsten übergehst.
Formulierungsbeispiel
Damit liegen zwei übereinstimmende Willenserklärungen und mithin eine Einigung vor.
Ausformuliertes Beispiel: Kaufvertrag nach § 433 BGB
Sachverhalt: V bietet K am 3. März seinen gebrauchten Pkw für 8.000 € an. K erklärt noch am selben Tag, dass er den Wagen zu diesem Preis nimmt. Fraglich ist, ob K gegen V einen Anspruch auf Übergabe und Übereignung hat.
Obersatz: K könnte gegen V einen Anspruch auf Übergabe und Übereignung des Pkw aus § 433 Abs. 1 S. 1 BGB haben. Dies setzt einen wirksamen Kaufvertrag voraus.
Definition: Ein Kaufvertrag kommt durch zwei inhaltlich übereinstimmende, mit Bezug aufeinander abgegebene Willenserklärungen – Angebot und Annahme, §§ 145 ff. BGB – zustande.
Subsumtion: V erklärte am 3. März gegenüber K, er verkaufe ihm den Pkw für 8.000 €. Diese Erklärung war so bestimmt, dass K sie mit einem schlichten „Ja" annehmen konnte, und enthielt damit alle wesentlichen Vertragsbestandteile. Es liegt folglich ein Angebot vor. K erklärte am selben Tag, er nehme den Wagen zu diesem Preis. Diese Erklärung bezog sich inhaltlich vollständig auf das Angebot des V und stimmte mit ihm überein. Damit liegt eine Annahme vor.
Ergebnis: Zwischen K und V ist ein wirksamer Kaufvertrag zustande gekommen. K hat gegen V einen Anspruch auf Übergabe und Übereignung des Pkw aus § 433 Abs. 1 S. 1 BGB.
Die vier häufigsten Fehler
Die Definition wird nur wiederholt
Eine Einigung liegt vor, weil sich K und V geeinigt haben.
K gab am 3. März ein auf den Kauf gerichtetes Angebot ab, V nahm dieses am selben Tag zum genannten Preis an. Damit liegen zwei übereinstimmende Willenserklärungen vor.
Urteilsstil statt Gutachtenstil
Der Vertrag ist wirksam, da beide Parteien einverstanden waren.
Fraglich ist, ob ein wirksamer Kaufvertrag vorliegt. Dies setzt zwei übereinstimmende Willenserklärungen voraus. […] Somit ist der Vertrag wirksam.
Tatsachen werden erfunden oder unterstellt
V wusste sicher von dem Motorschaden.
Laut Sachverhalt hatte V den Wagen zwei Wochen zuvor in der Werkstatt; ausweislich der Rechnung wurde der Motorschaden dort festgestellt.
Unstreitiges wird breit ausgewalzt
Drei Absätze dazu, dass ein Pkw eine Sache im Sinne des § 90 BGB ist.
Der Pkw ist ein körperlicher Gegenstand und damit eine Sache gemäß § 90 BGB.
Subsumtion üben – mit Rückmeldung statt Bauchgefühl
Subsumieren lernt man nur durch Schreiben und Korrigieren. Law Intelligence liest dein Gutachten wie ein Pflichtfachprüfer, markiert jede Stelle, an der du die Definition nur wiederholst oder in den Urteilsstil rutschst, und bewertet nach der JUMV-Notenskala von 0 bis 18 Punkten. Vier Korrekturen pro Monat sind kostenlos.
Hinweis: Die Korrektur wird von einer KI erstellt und ersetzt keine Rechtsberatung und keine offizielle Prüfungsbewertung.